BMUB-Sonderpreis


BMUB-Sonderpreis

 "Den Sonderpreis des Bundesministeriums für Umwelt, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) für nachhaltige Stahlarchitektur erhält 2016 das Büro kister scheithauer gross Architekten und Stadtplaner für ihre Wiederbelebung des Gerling-Hochhauses in Köln als Wohngebäude. Die Tragwerksplanung stammt von HIG Hempel Ingenieure GmbH aus Köln, Bauherr ist die Immofinanz AG aus Wien." (baulinks.de, 22.05.2016)

Das unter Denkmalschutz stehende 15-stöckige ehemalige Bürohochhaus stellt mit seinen besonders schlanken Außenwandstützen und leichten Außenwandriegeln eine beachtliche Weiterentwicklung im deutschen Stahlbau dar. Diese Stockwerksrahmenkonstruktion mit einem verhältnismäßig engmaschigen Raster von 1,8 m Stützenabstand und einer damals neuen Form der Knotenausbildung ermöglichte es, der Fassade ein äußerst filigranes Erscheinungsbild zu geben. Durch das Schweißen der Rahmenknoten entfielen die oft formal sehr störenden großen Rahmenecken. Die Geschossdecken bestehen aus Stahlträgern mit dazwischen betonierten ca. 10 cm dicken Stahlbetonplatten. Die Träger sind immer im Achsraster von 1,8 m senkrecht zur Fassade angeordnet worden. Sie lagern im Inneren auf Unterzügen auf, die in Verbindung mit den 6 Mittelstützen das innere Tragskelett bilden. Die sechs Innenstützen besitzen Doppel-T-Querschnitte und wurden in den unteren Geschossen durch symmetrisch beigestellte U-Profile verstärkt. Horizontale Verbände im 3., 6., 9. und 12. Geschoss unterstützen zusammen mit den 8 über die gesamte Gebäudehöhe in Stahlbeton ausgeführten Eckfeldern die Aussteifung der Konstruktion.

Für die realitätsnahe Abbildung der Hochhaus-Tragstruktur haben wir den gesamten Bestand räumlich erfasst. Damit konnten jeder Stab und jedes Tragelement mit seinen spezifischen Eigenschaften und Eigenarten im statischen System eingefügt werden. Punktuelle Tragfähigkeitsüberschreitungen konnten so zielgerichtet und mit minimalem Aufwand behoben werden. Beispielhaft seien hier die beiden zweigeschossigen Stützen im Luftraum der Galerie im EG und im 1. OG (Achse 7) genannt. Die zusammengesetzten Bestandsstützen wurden durch zwei zusätzliche 20 mm starke Stegbleche verstärkt, ohne die Stützenfläche zu vergrößern.

Die neuen Strukturen wurden in Stahlbeton ergänzt und dabei so ausgelegt, dass sie u.a. auch die Einwirkungen aus Erdbeben, Wind und Imperfektionen sicher abtragen können und somit die vorhandene Stahlkonstruktion entlasten. Zudem erhöhte dieser aussteifende Betonkern die Freiheit der Grundrisse.

Zum Projekt Gerling-Quartier...


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